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Seger: Paul mittendrin und doch allein?

Hersteller Ariadne

Artikel-Nr.: 000-275

 

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Produktinformationen "Seger: Paul mittendrin und doch allein?"

Britta Seger: Paul mittendrin und doch allein?

Autismus-Spektrum-Störung (Aspergersyndrom) im Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Der Lebensweg eines Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist häufig geprägt von Schwierigkeiten, die für andere ungreifbar erscheinen. Angelehnt an ihr erstes Buch „Was ist mit Tom?“, das sich auf das Erstdiagnosealter von autistischen Kindern und die damit verbundene Lebenszeit der Kindheit richtet, geht die Musiktherapeutin Britta Seger in ihrem neuen Buch auf die Aspekte der Pubertät und des Erwachsenwerdens ein. Diesmal ist es die fiktive Figur Paul, die anschaulich durch viele Beispiele und Interviews einen personifizierten Einblick in die spezielle Denkweise der Autismus-Spektrum-Störung gewährt und das Zusammenspiel mit der Umwelt thematisiert. Dabei werden unter anderem Themen wie die Besonderheiten der Wahrnehmung, das Erleben in der Altersgruppe und der Umgang mit den vielfältigen Anforderungen in der Schule besprochen.

In diesem bunt illustrierten Buch wird ein erster Einblick in diese facettenreiche Störung gegeben und gezeigt, wie ein Miteinanderauskommen besser gestaltet werden kann. Daher soll bei Lehrern, Eltern und Gleichaltrigen ein Verständnis für Jugendliche mit ASS geweckt und Zukunftsperspektiven entwickelt werden, so dass alle Beteiligten profitieren.

Britta Seger absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin und arbeitete in sozialen Einrichtungen mit verschiedensten Altersgruppen und Schwerpunkten. Nach einigen Berufsjahren folgte das Studium der Musiktherapie in den Niederlanden. Fasziniert von zwischenmenschlichen Interaktionsprozessen, spezialisierte sie sich im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit auf Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Seit einigen Jahren betreibt sie im Kreis Viersen einen ambulanten musiktherapeutischen Dienst.

 € 12,90

Bestell-Nr.: 000-275

64 Seiten, kartoniert, mit zahlreichen farbigen Abbildungen

 

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Kundenbewertungen für "Seger: Paul mittendrin und doch allein?"

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Von: Jürgen Boxberger 2018-07-15 14:22:57

Britta Segers zweites Buch zum Thema Autismus bietet außergewöhnliche Einblicke in das Leben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Aspergersyndrom.


Autistisches Verhalten wird auf Grund abweichender Verarbeitung von Sinnesreizen und kommunikativen Signalen im sozialen Kontext häufig zu einem Handicap und zieht in vielen Fällen negative Konsequenzen nach sich. Autistische und neurotypische Menschen leben gewissermaßen in chiralen Parallelwelten, die sich nicht zur Deckung bringen lassen. Autisten und Nichtautisten finden deshalb in der Regel keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zur sozialen Wirklichkeit des jeweils anderen.

Mit ihrem Buch öffnet Britta Seger ein Fenster in die autistische Welt eines fiktiven Jugendlichen, genannt Paul. Durch ihn lernen die Leserinnen und Leser die autistische Denkweise kennen und autistisches Verhalten besser verstehen. Das Buch möchte Vorurteile abbauen, Verständnis wecken für das Anderssein autistischer Heranwachsender und zur Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Autismus anregen.

Inhalt

Das Buch "Paul mittendrin und doch allein?" gewährt in verständlicher Form Einblicke in die Welt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Asperger-Autismus. Anhand von konkreten Beispielen bietet die Autorin Antworten auf Fragen wie:

Wie denken, fühlen und verstehen Menschen mit Asperger-Autismus?

Wie erleben sie das soziale Miteinander in einer nichtautistischen Gesellschaft?

Wie erleben und bewältigen sie Situationen des Alltags in einer ihnen unverständlichen Umwelt?

Welche Probleme und Nachteile entstehen ihnen durch ihre Besonderheit?

Welche Kompetenzen und Fähigkeiten zeichnen sie aus?


Intention und Zielgruppen

Die ausgebildete Erzieherin und studierte Musiktherapeutin Seger fand über die Musik als alternative Möglichkeit der Kommunikation und Beziehungsgestaltung Zugang zum Kommunikationsverhalten und zur sozialen Interaktion von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Hintergrund, speziell mit Asperger-Autismus.
In dem bereits 2011 erschienenen Buch „Was ist mit Tom?“ (https://www.ariadne.de/inklusiv/buecher-medien/autismus-spektrum-stoerung/8035/seger-was-ist-mit-tom-n/000-274/) beschreibt die Autorin das Erstdiagnosealter für Asperger-Autismus und den damit verbundenen Lebensabschnitt der Kindheit. In ihrem aktuellen Buch steht die Pubertät und das Erwachsenwerden von Jugendlichen mit Asperger- Autismus im Fokus.
Ihr Hauptanliegen ist es, anhand von anschaulichen, nachvollziehbaren und aus dem Leben gegriffenen Beispielen begreiflich zu machen, was es für einen Betroffenen bedeutet, in der heutigen Gesellschaft autistisch zu sein. Ziel des Buches ist es, für die seltsamen Probleme, die das gesamte Leben von Autisten prägen können, Verständnis zu wecken und Perspektiven zu entwickeln, von denen sowohl Autisten als auch Nichtautisten profitieren. Zu diesem Zweck nimmt die Autorin die Leser mit auf „eine gemeinsame Reise durch asynchrone Welten“.

Aufbau und Gliederung

Das 63 Seiten umfassende Buch beinhaltet acht Kapitel. Hinzu kommen ein Vor- und ein Nachwort der Autorin sowie Literatur- und Quellenangabe. Die übersichtliche Inhaltsangabe erleichtert das Auffinden auch kleinerer Abschnitte ohne lästiges Suchen.

Bevor die Reise beginnt, lernen wir in Kapitel 1 die wichtigsten Merkmale des Autismus kennen. Ferner macht uns die Autorin mit „Paul“ bekannt, einer fiktiven Figur, die uns als Musterautist begleitet. Paul lässt uns im Laufe der Lektüre an ausgewählten Alltagssituationen teilhaben, die dem Nichtautisten eine Vorstellung davon vermitteln, wie ein Asperger-Autist die nichtautistische Welt wahrnimmt, bzw. wie er seinerseits von neurotypischen Menschen wahrgenommen wird.
Diese allgemeine Einführung wird in Kapitel 2 durch die Vorstellung autistischer Kommunikation und Sozialkontakt erweitert und konkretisiert.
In den Kapiteln 3 und 4 erfahren wir einiges darüber, wie Menschen mit Asperger-Autismus Informationen verarbeiten. Hier stehen das Wortverständnis in konkreten Gesprächssituationen, die nonverbale Kommunikation, der zwischenmenschliche Umgang einschließlich der Fähigkeit, Gefühle anderer einzuschätzen (kognitive und emotionale Empathie) im Vordergrund.
Wie Jugendliche mit Asperger-Autismus ihre Umwelt wahrnehmen, wie sie Alltagssituationen erleben oder welche Herausforderungen Veränderungen für sie darstellen, lernen wir in Kapitel 5 kennen. Das nachfolgende Kapitel befasst sich mit dem Bereich Schule:

wie gehen Schüler mit Asperger-Autismus mit den vielfältigen Anforderungen des Schulbetriebes um?

Wie wirkt sich die Arbeits- und Lernumgebung auf ihre schulischen Leistungen aus?

Wie erleben sich autistische Jugendliche und Gruppen nichtautistischer Schüler gegenseitig?

Eine knappe aber präzise Zusammenfassung und ein Exkurs über die Beantragung von Nachteilsausgleich bilden die Schlusskapitel.


Kritische Wertung

Obwohl Paul nicht real existiert, verleiht die Figur dem abstrakten und schwierig zu erfassenden Phänomen Autismus ein Gesicht. Paul stellt das Medium dar, das Nichtautisten einen personifizierten Einblick in die Denk- und Handlungsstrukturen eines autistischen Jugendlichen ermöglicht.

Die Autorin konfrontiert Paul mit ausgewählten Szenarien des Alltags, denen er sich stellen muss. Wir erfahren anhand von konkreten Beispielen, wie Paul auf seine Umwelt reagiert. Das Entscheidende (und Spannende!) ist jedoch, weshalb er so reagiert, wie er reagiert. Um das Warum zu offenbaren, nutzt Britta Seger das Mittel der gezielten Befragung (Interview): ein ebenfalls fiktiver Interviewer stellt Paul eine Reihe von Fragen, um sich so Zugang zu Pauls (autistischer) Gedankenwelt zu verschaffen. Erst Pauls Antworten geben einen Eindruck davon, wie fundamental verschieden die Denkweisen und die sozialen Wirklichkeiten von Autisten und Nichtautisten tatsächlich sind.

Wie in der neueren Literatur zunehmend zu beobachten, vermeidet auch Britta Seger die rein defizitorientierte Sichtweise. Zwar wird die Problematik autistischen Verhaltens in jedem Fallbeispiel sichtbar, doch wird auch auf autistische Fähigkeiten und Eigenschaften hingewiesen, die für den Betroffenen sogar vorteilhaft sein können, wenn er eine Chance bekommt, sie einzusetzen.

Die Beispiele und Interviews sind gut sichtbar in den Text eingefügt und optisch durch verschiedenfarbige Kästen hervorgehoben. Am Ende eines jeden Beispiels wie auch in der Zusammenfassung werden Pauls Handicaps synkopisch seine Kompetenzen gegenübergestellt. Für Auflockerung im Text sorgen wie bereits in „Tom“ die bunten, comicartigen Cartoons der 2015 leider viel zu früh verstorbenen Grafikerin Anika Wilms.
In Ihrem Vorwort erhebt Britta Seger keinen Anspruch auf wissenschaftliche Aktualität. Dementsprechend finden nicht ganz unumstrittene, pathologisierende Definitionen und Begriffe wie Autismus-Spektrum-„Störung“, „tiefgreifende Entwicklungsstörung“, „gestörter Entwicklungsprozess“, Asperger-„Syndrom“ und Autismus-„Diagnose“ Verwendung. Auch wird die allgemein verbreitete Ansicht übernommen, Autisten würden an ihrer Autismus-Spektrum-Störung „leiden“. Immerhin wird an Pauls Innensicht deutlich, dass sein Leiden eher den Lebensumständen in einer nichtautistischen Welt geschuldet ist. Entschieden positiv angemerkt werden muss, dass die Autorin autistische Stärken und Kompetenzen deutlich herausstellt. Die Qualitäten und Kompetenzen, die hinter Pauls autistischer Fassade schlummern, werden zum Anlass genommen, für mehr Verständnis für autistische Menschen zu werben.


Fazit

Auch in ihrem zweiten Buch gibt Britta Seger fundierte und solide recherchierte Antworten auf die von Eltern häufig gestellte Frage: was bedeutet es für einen jungen Menschen, Asperger-Autist zu sein?
Die Konzeption, dem Leser/der Leserin einen Einblick in die individuelle Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung der autistischen Kunstfigur Paul zu ermöglichen, ist originell und animiert zu eingehenderen Beschäftigung mit dem komplexen Thema Autismus. Es wird den gestellten Ansprüchen, Verständnis zu wecken und Zukunftsperspektiven zu entwickeln, gerecht. Das Buch sollte in keiner Schulbibliothek fehlen.

Die ungekürzte Rezension ist nachzulesen unter
https://pagewizz.com/paul-mittendrin-und-doch-allein-eine-rezension-37976/

 
 
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